Erfahrungsbericht: Lachgas als Schmerzmittel bei Wehen unter der Geburt – Bye bye Schmerzen?

Erfahrungsbericht: Lachgas als Schmerzmittel bei Wehen unter der Geburt – Bye bye Schmerzen?

Erfahrungen mit Lachgas – die Rettung?

Als ich zur Geburt meiner ersten Tochter die Info-Abende in Krankenhäusern besucht habe, war ich immer sehr gespannt auf den Teil, wo das Krankenhaus berichtet welche Schmerzmittel sie anbieten.

Je mehr das Krankenhaus an Schmerztherapien zu bieten hatte, desto besser und eigentlich war die Option auf Lachgas bzw. Livopan® ein MUSS für mich! ☝️

Die Vorstellung einfach Gas einzuatmen – keine Spritzen, kein Zäpfchen, kein Warten – klang traumhaft!

Und dann ist die Auswirkung auf das Baby durchaus geringer als bei anderen Schmerzmitteln und man kann die Menge und Häufigkeit als Frau selbst steuern. Was will man mehr?!

Und tatsächlich habe ich es unter der Geburt ausprobiert

Leider war ich nicht so begeistert… ich erzähle Dir gern warum, aber wie immer: Das heißt natürlich nicht, dass es bei Dir genauso ist, es ist nur meine persönliche Erfahrung. 🤓

Wenn Du Dich zunächst einmal über die Verwendung von Lachgas informieren möchtest also:

Was ist Lachgas?

Wie funktioniert es?

Wie wird es verwendet?

Empfehle ich Dir diesen Artikel zu lesen, dort steht die Zusammensetzung von Lachgas und warum die Schmerzen dadurch gelindert werden.

Eine kurze Zusammenfassung von mir:

Lachgas kannst Du per Maske selbstbestimmt zu jedem Zeitpunkt der Geburt (anders als bei einer PDA) zu Dir nehmen.

Du nimmst Dir selbst die Maske und atmest ein paar Züge des Gases ein. Das fühlt sich nahezu wie normales Atmen an.

Dann legst Du die Maske wieder weg und wartest darauf, dass die Wirkung einsetzt.

PS: Wenn Du generell Angst vor der Geburt hast, dann helfen Dir diese 9 Erkenntnisse vielleicht ein paar Sorgen abzulegen. 🙃

Vorteile von Lachgas:

  • Du kannst selbst dosieren wie viel und wie häufig Du das Lachgas zu Dir nimmst.
  • Du kannst es nach Bedarf nehmen also auch Wehen aussetzen, im Gegensatz zu vielen anderen Schmerzmitteln, die Du nimmst und dann wirken sie eine bestimmte Zeit.
  • Durch das „Abatmen“ ist die Belastung für Dein Baby sehr gering – aber denk dran: Dein Baby bekommt von nahezu jedem Schmerzmittel immer etwas ab.
  • Es ist einfach zu sich zunehmen, wie gesagt kein Spritzen, Einführen oder Ähnliches – einfach nur einatmen. 😎
  • Du kannst es zu jedem Zeitpunkt nehmen, ganz am Anfang der Geburt als auch ganz zum Schluss.
  • Damit verbundene Risiken sind sehr selten.

Vorteile die Überzeugen – zumindest mich! Aber nicht lange…

Bei der Liste an Vorteilen, gerade gegenüber den Alternativen, war für mich klar: Meine Entbindungsklinik muss Lachgas haben!

Ich habe mir vorgestellt damit die Geburt wie in einem schönen Traum zu verbringen mit minimalen Schmerzen. 🤩

Tatsächlich habe ich die ersten 10 Stunden wunderbar auch ohne jegliche Schmerzmittel ausgehalten, war viel in der Wanne (lies hier warum) und viel in Ruhe bei mir – das war eigentlich ganz schön. 🥰

Irgendwann habe ich allerdings gedacht: „Ja Mensch, ich habe ja jetzt schon so lange gut durchgehalten, warum mir das Leben nicht etwas leichter machen und das Lachgas ausprobieren?“.

Gesagt getan, die Hebamme karrte die Flasche in den Kreißsaal und ich kam aus der Wanne.

Hingegen einiger anderer Berichte galt in dem Krankenhaus, wo ich entbunden habe, dass Lachgas und Wasser nicht kompatibel sind. Das heißt, ich darf es nicht im Wasser nehmen und danach auch erstmal nicht mehr in die Wanne. 🚫

Ich legte mich also auf die Liege und habe bei der nächsten Wehe die Maske über mein Gesicht gehalten. Danach hieß es kurz Warten, denn die Wirkung setzt ca. 30 Sekunden verzögert ein. ⏳

Die verzögerte Wirkung machte das Timing ganz schön schwierig

Leider hat es mit dem Timing nicht so gut geklappt… die Wehe kam und ich habe mich wie „paralysiert“ gefühlt.

Schon so als ob man leicht angeschwippst ist (so wird es ja auch oft vorausgesagt) allerdings die Art von angeschwippst, wo man keine Kontrolle mehr über seinen Körper hat.

Das heißt die Wehe kam und ich war ihr ganz schön ausgeliefert, da ich keine meiner Entspannungstechniken anwenden konnte.

Als die Wehe dann vorbei war, kam plötzlich die Hoch-Phase des Angeschwippstseins und meine Wehen-Pause hat sich wie eine „Party“ angefühlt. 🥳

Auch nicht die Entspannung, die ich gebraucht habe. 🤪

Okay, also: besser Timen!

Ich probierte es noch einige Wehen weiter aus und hoffte, dass ich es so abgestimmt bekomme, dass ich den großartig schmerzlindernden Effekt, den ich mir versprochen hatte, auch während der Wehe genießen kann.

Doch es gelang mir nicht.

Frustriert und entkräftet, von diesen sehr anstrengenden Versuchen, habe ich das Lachgas zur Seite gelegt.

Nun war ich viel erschöpfter als vorher 😓

Vollkommen entkräftet von den gescheiterten Versuchen fühlte ich mich ausgelaugt.

Eigentlich wollte ich nun nur wieder in die Wanne, da war es doch so schön drin. Aber das ging nun leider nicht mehr – erstmal.

Für mich begann von da an eine Abwärtsspirale, die mich ganz schön aus dem Konzept gebracht hatte.

Vor Kurzem habe ich im Podcast von der friedlichen Geburt – kennst Du bestimmt aus meinem Geburtsvorbereitungsvergleich – diese Folge gefunden.

Fazit – Warum ich das Lachgas nicht nochmal nehmen würde

Bei meinen Überlegungen zur Geburt im Vorfeld und der Auswahl des Geburtsortes hatte ich einen wichtigen Aspekt vollkommen vernachlässigt:

Dass ich wohl möglich einen Weg finde mit den Empfindungen unter der Geburt ganz allein und ohne Schmerzmittel oder Interventionen sehr gut fertig zu werden! 🦸‍♀️

Denn so war es: Ich hatte meinen „Werkzeugkoffer“ mit mentalen Einstellungen, Affirmationen und Tipps & Tricks gepackt und der war klasse! 💯

PS: Die Steißbeinmassage von meinem Mann war Tausend Mal besser als das Lachgas! Hier sind 16 weitere Aufgaben, mit denen Dein Mann Dir bei der Geburt helfen kann.

Wenn Du generell gerade in der Geburtsvorbereitung bist, dann helfen Dir diese Informationen vielleicht auch weiter:

Der Geburtsprozess ist sehr sensibel und man sollte sich gut überlegen, ob und wie oft man sich unterbrechen lässt. In meinem Fall war je weniger Ablenkung, desto besser.

Zudem bin ich einfach mit dem Lachgas nicht zurechtgekommen – vielleicht ein Anwenderfehler, vielleicht waren wir einfach inkompatibel, ich weiß es nicht. 🙈

Es ist natürlich schön die Option darauf zu haben und vielleicht kommst Du ja super damit zu recht. Ich möchte es Dir natürlich nicht ausreden.

Aber wenn ich etwas empfehlen würde dann:

Wenn Du Deinen Weg unter der Geburt gefunden hast – und DARAUF würde ich mich vorbereiten – dann geh ihn! 🧘‍♀️

Falls Du noch Inspiration brauchst, welche Kurse Dich super auf eine schmerzfreie und selbstbestimmte Geburt vorbereiten, dann schau Dir diesen großen Kursvergleich an! Und achte auf diese Kriterien, die einen guten Geburtsvorbereitungskurs ausmachen.

So, jetzt bin ich gespannt: Hast Du das Lachgas ausprobiert oder hast es vor?

Ich bin neugierig, wie viele von Euch ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder aber das Lachgas als total hilfreich empfanden! 🤗

Hast Du Lachgas unter der Geburt ausprobiert oder hast es vor?

Teile gern Deine Erfahrung in den Kommentaren und hilf anderen Schwangeren und Mamas!

Deine Maisie 💕

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