Wie kann Dein Mann bei der Geburt helfen? Tipps direkt zum Umsetzen!

So lange ist es noch gar nicht her, dass Männer bei der Geburt ihrer Kinder üblicherweise nicht live im Kreissaal dabei waren. Heute kann man sie sich kaum noch weg denken!

Doch was macht ein Mann während die Frau fleißig den Schatz zur Welt bringt? Zuschauen? Bangen? Motivieren? Sich anschreien lassen? Händchen halten? Mit anpacken? Fragen stellen?! 😉

Sollten Männer bzw. der Partner dabei sein?

Geburt war für mich früher ein großes Thema, das den größten Respekt erhalten hat. Der Gedanke an eine Geburt hat mich sogar etwas vom Kinderkriegen abgeschreckt, schade eigentlich!

Aber dazu passend habe ich mir die Geburt meines Kindes vorgestellt wie in einem 70er Jahre Film: Ich habe Wehen und gehe ins Krankenhaus. Dort wartet dann der Papa, zum Zerreißen gespannt im Flur und wenn die Tür aufgeht, halte ich ein süßes Baby im Arm und strahle frisch und munter.

Zum Glück kam es nicht dazu, denn mein Mann wollte von Anfang an gern dabei sein. Und Oh mein Gott bin ich froh, dass er es war!
Das mag nicht für jeden das Richtige sein, aber für uns hat es unsere Liebe noch mehr vertieft! Außerdem hat er mich tatkräftig während der Geburt unterstützt!

Ich bin mir unsicher ob ich meinen Mann dabei haben möchte

Eine Geburt mitzuerleben ist wirklich unglaublich und beeindruckend! Aber, es ist kein zwingendes Muss. Wenn der Partner nicht dabei sein möchte oder es sich nicht zutraut, dann ist das okay! Es ist besser jemanden dabei zu haben, der einem den Weg frei hält, als jemand der – wenn auch ungewollt – Steine in den Weg legt.

Und wenn man z. Bsp. die am Anfang beschrieben 70er Jahre Version erleben möchte, dann ist auch das okay! Besser als sich unter der Geburt ständig Gedanken zu machen, ob der Partner komisch guckt oder was er wohl gerade denkt. Dann wartet er eben draußen oder Zuhause.

Bei der Geburt geht es vor allem um Dich und Dein Kind und Du darfst dabei haben, wen Du möchtest! Und wenn es Deine Mama, Schwester, Freundin oder eine Doula ist. Und allein ist auch okay!

Wo wir gerade bei Doulas sind: Solltest Du niemanden im Umfeld haben, der als Geburts-Partner in Frage kommt, dann kannst Du auch eine Doula mitnehmen.

Doulas sind nicht medizinische Begleiter bei der Geburt, die Dich motivieren und stärken, ganz nach Deinen Wünschen! Leider werden sie (soweit ich weiß) nicht von der Krankenkasse übernommen und sind recht kostspielig, aber für eine schöne Geburt möchtest Du Dir das vielleicht gönnen?!

Hier findest Du eine Doula, falls Du auf der Suche bist.

Wie kann sich der Partner auf die Geburt vorbereiten?

Ich wollte damals, dass mein Mann bestmöglich vorbereitet ist. Ich hatte, wie gesagt, auch ein etwas merkwürdiges Bild von Geburten, gepaart mit einer gehörigen Portion Respekt. Daher haben wir einen gemeinsamen Geburtsvorbereitungskurs besucht und er war zudem auf einem separaten Väterabend, wo man unter Männern sich ausgetauscht hat. Und beides war unter der Geburt wirklich hilfreich!

Uns hat es extrem geholfen den Geburtsablauf zu kennen, das heißt: wann kommt welche Geburtsphase und was sind die Charakteristika. Auch, welche Interventionen gibt es und was ist ein Notfall und was nicht!

Ein Beispiel war, dass wir gelernt haben, dass zum Ende der Geburt hin, wenn das Kind also kurz vorm Schlüpfen ist, das Messen der Herztöne schwieriger wird. Da kann es passieren, dass die Herztöne kurzzeitig mal nicht gemessen werden können. Das heißt aber nicht, das sie weg sind! Wichtige Unterscheidung, versteht sich!
Tatsächlich, trat genau das zum Ende hin auf und mein Mann, als auch ich, haben uns nicht verunsichern lassen. Wir wussten, dass liegt jetzt an dem Messen und ich konnte in mich hineinfühlen, dass alles gut ist.

Für uns tat es wirklich gut zu wissen, was wir wollten und was nicht und was im Rahmen des Normalen ist. Und das konnten wir nur, weil wir uns informiert und damit auseinandergesetzt haben.

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Was kann der Partner während der Geburt tun?

Es gilt wie immer: Erlaubt ist, was Dir gut tut! Ob Du Deinen Mann einfach nur still an Deiner Seite wissen willst oder eine Ganzkörpermassage bekommen möchtest, beides ist okay. 🙂

Ich wollte damals meinem Mann ein paar Aufgaben mit an die Hand geben, damit er helfen und aktiv unterstützen kann.
Ich würde empfehlen zu schauen, welche Sachen für Euch passen und dann eine Handvoll auszusuchen, damit der Partner nicht in Stress gerät beim Abarbeiten. 😀
Und, es kann auch sein, dass Du unter der Geburt nur noch Ruhe haben möchtest, dann darf der Partner den Spickzettel getrost knicken. 😉

Die wichtigsten Inspirationen findest Du auch als Spickzettel zum Ausdrucken und in die Kliniktasche legen!

Aufgaben für den Mann bei der Geburt

Hier bekommst Du den Spickzettel:

Schwanger  Mama  Beides  Keins davon 


Aufgaben für den Mann

  1. Oberstes Gebot: Dein Mann hält Dir den Rücken frei! Wo möglich übernimmt er Gespräche mit Hebammen, Ärzten oder sonst wem! Zettelwirtschaft, Whatsapp-Nachrichten, Parkticket, PDA Dokumente, Einchecken im Krankenhaus, Krankenkassenkarte – managt Dein Mann!
  2. Dein Partner vertritt Deine Bedürfnisse: Solltest Du ins Wasser wollen oder in Bewegung bleiben oder aber in Ruhe gelassen werden, besprich es ausführlich im Vorfeld mit Deinem Partner, damit er in Deinem Sinne agieren kann.
  3. Sprecht auch darüber welche Interventionen für Dich in Frage kommen, welche Schmerzmittel okay sind und ob eine PDA möchtest. Und sprecht vielleicht ein Code-Wort ab, falls Du Dich im Vorfeld gegen eine PDA aussprichst und dann Deine Meinung wirklich änderst. 😀
  4. Dein Partner sollte Dich natürlich mit allen Kräften motivieren! Dabei hilft es wenn Du Dir vor der Geburt Mantras überlegst, die Dir helfen. Zum Beispiel: „Wehen sind meine Freunde“ oder „Jede Wehe bringt mich meinem Kind näher“ oder „Mein Körper fügt mir nicht mehr Schmerz zu, als ich aushalten kann“ – Dein Partner kann Dich damit unter der Geburt supporten.
  5. Das gilt natürlich auch für Atemübungen! Am besten zeigst Du ihm bereits in Ruhe Zuhause, welche Techniken du gelernt hast und anwenden möchtest. Kleiner Tipp: Übe sie bereits lautstark vor Deinem Mann, dann wisst ihr beide, was auf euch zukommt und das Eis ist gebrochen. 😉 Solltest Du keinen Kurs besuchen oder fandest die Atemübungen nicht hilfreich, kannst Du Dich mit dem Thema Hypno Birthing beschäftigen, dort findest Du ebenfalls Atemübungen.
  6. Wenn Du Dich viel bewegen möchtest, dann darf Dein Partner Dich motivieren und Dir die Hilfsmittel Deiner Wahl halten, bringen, wegpacken, wiederbringen, ungenutzt wegpacken, nochmal holen und dann doch nur da stehen. 🙂 Auch hier hilft es, Zuhause bereits ein paar Übungen zu machen, die Du dann während der Geburt wie im Schlaf anwenden kannst. Und ich kann es Dir nur ans Herz legen Dir einen Gymnastikball zu zulegen. Angefangen von Beckenboden-Übungen und -Lockerung, ist er super angenehm zum Sitzen und zur Geburtsvorbereitung.
  7. Wo wir gerade bei Hilfsmittel sind, es gibt auch tolle Paar-Positionen oder Halte-Techniken. Hier wird der Partner richtig gefordert! Meine Lieblings-Position ist, wenn man sich bei dem Partner im Arm hängen lässt und so das Gewicht des eigenen Oberkörpers gehalten wird – omg – das ist super! Benötigt aber einen sehr kräftigen Partner. 😉
  8. Es muss gesagt werden: Klogänge sind wichtig! Je mehr Platz Du, durch eine kleine Blase, im Bauch hast desto besser. Als Partner darfst Du da oft zu motivieren. Gerade, wenn die Hebamme nicht viel dabei ist, dann sollte der Partner daran denken.
  9. Wärme unter der Geburt ist toll! Schon Zuhause darf der Partner ein Wärmekissen oder anderweitige Wärmequelle aufbereiten und anreichen! Auch im Krankenhaus kann der Partner daran denken und stets etwas organisieren.
  10. Solltest Du unter der Geburt tanzen wollen oder eine bestimmte Musik hören, dann hast Du Deinen Personal-DJ direkt dabei. 😉 Kleiner Tipp: Es empfiehlt sich tatsächlich Musik dabei zu haben. Oder erkundigt euch, was im Krankenhaus läuft. In dem einen Kreissaal in dem ich war lief das Radio und im anderen 18 Stunden lang Fahrstuhl-Musik! 😀 Aber, alles besser als Stille! Ihr wollt nicht hören was sonst noch so los ist in den Nachbarräumen. :-S
  11. Durch das viele Atmen und Tönen könnte es sein, dass die Lippen beansprucht sind. Nehmt euch eine Lieblings oder fettige Lippenpflege mit, an die darf der Partner denken.
  12. Wo wir gerade bei den Lippen sind: Der Partner darf gern daran erinnern, dass Du Deine Lippen und den Unterkiefer entspannst! Sehr wichtig, da die horizontalen Muskelschichten sich bedingen und es Deinem Beckenboden hilft sich zu öffnen. Außerdem ist Entspannung immer gut.
  13. Jetzt mein absoluter Favorite! Die Steißbein-Massage! Mein Mann hat recht früh angefangen unter den Wehen mein Steißbein zu massieren. Wobei es weniger eine Massage war, als möglichst viel Druck darauf auszuüben. Und es war groooßartig! Sein Pech, ich konnte unter keiner Wehe darauf verzichten! Er erzählt noch heute, wie sehr seine Daumen weh getan haben. 😀
  14. Eine andere Entspannungsmöglichkeit ist die Hüftschaukel. Während einer Wehenpause legt ihr euch auf die Seite und Euer Partner schaukelt sanft die oben liegende Hüfte hin und her. Das entspannt und lockert den Beckenbereich.
  15. Eine weitere enorm wichtige Aufgabe des Partners ist, dass er darauf achtet, dass ihr bei Kräften bleibt! Eine Geburt kann auch mal etwas länger dauern, da braucht ihr Kraft! Der Partner versorgt euch mit Getränken und Snacks, denn ihr werdet vermutlich nicht daran denken. Meine Empfehlung: nehmt Sachen die nicht zu sehr gekaut werden müssen und packt auch was Herzhaftes ein. Ich hatte damals Power-Nuss-Riegel dabei und die waren super doof. Ich habe in den kurzen Wehenpausen all meine Energie dafür verschwendet die blöden Nüsse zu kauen, anstatt mich zu erholen. Ach und Zucker und Saft konnte ich auch nicht mehr sehen…
  16. Last but not least ist der Partner einfach nur da! Er versucht ruhig zu bleiben wenn es hektisch wird, steht nicht im Weg, hält sich an seinen Platz, falls er einen zugeteilten Bereich bekommt, hält das Händchen und sagt liebe Dinge oder hält impulsive Aussagen einfach aus.

Ein Punkt ist hier nicht aufgeführt, der ebenfalls sehr wichtig ist und die Aufgabe Deines Partners: Er muss sich um sich selbst auch kümmern! Unter der Geburt wird er sicherlich ebenfalls angespannt sein und nicht an essen, trinken oder Klogänge denken. Bis es zu spät ist und die Knie weich werden. Darum ist es wichtig, dass er Partner auch an sein Wohl denkt, um voll und ganz für Euch da sein zu können. #DaddyPower

Alles wird gut und ein großartiger Lebensabschnitt wird nun beginnen!

Ich hoffe ihr findet hier ein bisschen Inspiration, wie ihr Euren Partner miteinbeziehen könnt.

Und denk dran, unter der Geburt darfst Du Deine Meinung zu vorher geäußerten Wünschen jederzeit ändern. 🙂

Hast Du etwas davon umgesetzt? Wie ging es Dir damit? Oder hat Dir etwas anderes mit Deinem Partner geholfen? Schreib mir oder in die Kommentare. :-*

Deine Maisie

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Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Hi Maisie, vielen Dank für die tolle Auflistung! Ich dachte immer der Mann kann nur „daneben stehen“ – aber, dass er doch so viele Sachen machen kann wusste ich gar nicht. Hab mir die Liste direkt ausgedruckt und meinen mann die Zusammenfassung lesen lassen! 😀
    Jetzt bin ich mal gespannt was wir so umseten. 😉

  2. Hallo Maisie, danke für den coolen Artikel!
    Ich möchte meinen Mann gern bei der Geburt dabei haben, aber er möchte nicht… hast du eine Idee was ich tun kann?

    1. Hallo liebe Gesa,
      ich finde Du sprichst da einen sehr wichtigen Punkt an! Deshalb antworte ich Dir in einem Blog-Post dazu: Dein Mann möchte bei der Geburt nicht dabei sein?
      Vielen Dank für Deine Frage und ich hoffe ich konnte Dir ein bisschen Inspiration geben? Lass mich gern wissen, was Dein Mann dazu sagt. 🙂
      Liebe Grüße, Maisie

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