Wie kann ich mich mich auf’s Stillen vorbereiten?

Wie kann ich mich aufs Stillen vorbereiten? Zwei aufgeschnittene Orangenhälfte. ;-)

Bald geht es los! Dein kleiner Schatz wird Eure Welt verzaubern. 🙂

Da möchte man natürlich gut vorbereitet sein. Und eines der Top-Themen ist ganz klar: Stillen.

Ständig wird man gefragt, ob man stillen möchte, sobald das Kleine da ist?! Meine Güte, mal schauen wie es denn überhaupt klappt!
Hinzu kommt, dass man hört, dass Stillen oft nicht klappt und es gefühlt ein Lexikon an möglichen Stillproblemen gibt. Da stellt sich schnell die Frage: Kann ich mich irgendwie darauf vorbereiten?!

Mal schauen ob es mit dem Stillen klappt…

Ich wollte mich damals natürlich auch aufs Stillen vorbereiten. Dazu gehörte für mich in die Apotheke zu gehen und schon mal eine Pre-Milch zu kaufen, zur Sicherheit, falls meine Milch nicht reicht. Warum Apotheke? Keine Ahnung, ich dachte da bekommt man bestimmt die Beste.

Kleine Notiz am Rande: Man bekommt in fast jedem Einkaufs- oder Drogeriemarkt eine riesige Auswahl an Pre-Nahrung. Und laut dem Ökotest 2018, sind nicht zwingend die teuersten Produkte die Besten.

Aber zurück zur Vorbereitung – also ging ich in die Apotheke. Da meine Stamm-Apotheke wirklich viel Wert auf Kundenservice legt, kam direkt eine IBCLC zertifizierte Stillberaterin (die Gurus unter den Stillberaterinnen) und half mir bei der Auswahl.

Und das sah wie folgt aus… Sie schaute auf meinen Kugelbauch und fragte mich, warum ich Pre-Milch kaufen möchte. Vorbildlich sagte ich, dass ich sie für den Fall der Fälle da haben möchte, schließlich klappt es ja nicht immer mit dem Stillen. Daraufhin wand sie sich zu mir und sagte: „Und was glaubst Du sollte mit dem Stillen nicht klappen?!“ – Öhmmmm…. ja… alles? Kein Plan? Das Kind trinkt nicht, ich habe vielleicht Schmerzen, weiß der Geier!
Sie erklärte mir daraufhin sehr verständnisvoll, dass es mit dem Stillen klappen wird! Sie warf noch ein paar Statistiken in den Raum, die in Aussicht stellten, dass es extrem unwahrscheinlich ist, dass es einen körperliche Grund gibt, warum es nicht klappen sollte!

Und sie empfahl mir keine Pre-Nahrung jetzt zu kaufen. Ich hoffe ihr Chef liest nicht diesen Artikel. Aber genau darum komme ich ja immer wieder! 🙂
Es kann immer mal Momente geben, in denen Stillen vielleicht unangenehm ist, man sich unsicher ist, ob das Baby wirklich genug trinkt oder man das Gefühl hat, man muss es den ganzen Tag stillen. Und das ist normal und gehört dazu. Die Pre-Nahrung im Schrank zu haben könnte zu schnell dazu verführen zu zufüttern. Nun ist es kein Weltuntergang seinem Kind Pre-Milch zu geben, versteht sich. Aber es verändert die Darmflora des Babys, darum möchte man vielleicht erst dazu greifen, wenn man es wirklich für notwendig hält.

Okay, ich habe damals also keine Pre-Milch gekauft.

Wie kann man sich denn dann vorbereiten, außer nichts zu kaufen. 😀

Das Einzige, was Du für Deinen Körper tun kannst:

Meine Hebamme hat der Stillberaterin aus der Apotheke zugestimmt und sagte nochmal: „Warum sollte es nicht klappen?!!!“. Okay, also fragte ich sie aus, was ich denn nun TUN könnte?

Und jetzt kommt ein kleiner Bummer: sie hat mir eine Brust-Massage gezeigt und sagte: „Das ist alles was du tun kannst“. Whaaaat? Für jemanden wie mich, der gerne gut vorbereitet ist, war das ein bisschen wenig. Aber gut, das musste ich dann akzeptieren.

Hier findest Du Brust-Massage-Techniken direkt vom Europäisches Institut für Stillen und Laktation (so wie noch andere nützliche Infos):

Wie bereite ich mich auf's Stillen vor? Notizbuch mit bunter Schrift.

Du kannst Dich also während der Schwangerschaft bereits daran machen, Deine Brüste massierend auf ihre neue Aufgabe vorzubereiten. Und die Massage-Techniken wirst Du auch beim Stillen gebrauchen, also nicht verkehrt sie bereits zu verinnerlichen. Vor jeder Still-Mahlzeit empfiehlt es sich die Brüste per Massage bereit zu machen. Also los geht’s! 🙂

Übrigens, was Du NICHT tun musst um Deine Brüste vorzubereiten:

Vielleicht habt ihr auch einen Kandidaten bei Euch im Umfeld, der mit einem dieser „grandiosen“ Tipps um die Ecke kommt… Bei mir gab es jemanden der sagte (ja richtig, ein Mann!), dass er gehört hat, man muss die Brustwarze während der Schwangerschaft mit einer Zahnbürste bürsten, um sie abzuhärten…. OMG! Wer kommt denn auf so etwas?!?!

Tatsächlich darfst Du in der Schwangerschaft auch hier, liebevoll und fürsorglich zu Dir sein und, wenn Du möchtest, kannst Du Deine Brüste mit Ölen und Massagen pflegen, nicht mit Zahnbürsten.

Falls Du Dich übrigens fragst wie sich Stillen anfühlt, lies gern hier weiter.

Was Du noch brauchst: Stillmode!

So, nun etwas, dass Du bereits im Vorfeld besorgen kannst, Yippie. 🙂
Da „es ja keinen Grund gibt, dass es mit dem Stillen nicht klappt“ – Zitat Ende 😉 – kannst Du Dir Gedanken machen, was Du beim Stillen anziehen möchtest.

Was macht ein Still-Kleidungsstück so besonders? Hm, stell Dir vor Du bist an dem Punkt nach der Geburt, wo Du mit Deinem Mann oder Deiner kinderlosen Freundin ins Café in der Nähe Deiner Arbeitsstätte gehst. Dein Kind signalisiert zweifellos, dass es jetzt Hunger hat und bitte Boobies möchte. 🙂

Glaub mir, Du möchtest jetzt kein Jump Suit oder einteiliges Kleid anhaben. 😀 Sondern vermutlich etwas, dass es Dir ermöglicht Dein Kind diskret zu füttern.

Notiz am Rande: Es ist NICHTS dagegen einzuwenden sein Kind in der Öffentlichkeit so zu stillen, wie man oder eben FRAU das möchte!!! Ich möchte niemanden einschränken: Go for it Mummy! Und danke, dass Du es anderen Frauen leichtert machst es auch zu tun!

Aber, ich nehme mal an, Du bist da auch eher von der gedankenvolleren Sorte und es fällt Dir vielleicht schwer, Deine Brust in der Öffentlichkeit freizulegen.

Keine Angst, musst Du nicht unbedingt! Lies hier mit welchen Tricks Dein Umfeld kaum merkt, dass Du stillst.

Stillmode - was und wie viel brauche ich wirklich? Kleider auf Bügeln

Andere Still-Hilfsmittel für das Stillen in der Öffentlichkeit

Wem die Stillmode noch nicht reicht, der kann noch einen Schritt weitergehen und andere Still-Hilfsmittel nutzen.

Ich muss gestehen, ich habe keines davon ausprobiert und auch in meinem Umfeld hat es niemand genutzt.

Also, wenn Du etwas davon ausprobierst, teile gern Deine Erfahrung mit uns. Denn niemand sollte sich verstecken, weil er Sorgen hat in der Öffentlichkeit zu stillen, nope!

Da hätten wir…

… das wohl gängigste Modell: Der Still-Schal. Er kann wie ein hübscher Schal getragen werden und zum Stillen zieht man ihn wie eine Schärpe an, spannt ihn auf und legt das Kind darein. Es gibt sämtliche Farben und Motive für jedes Outfit etwas passendes. Der wäre auf jeden Fall meine Nummer eins der Hilfsmittel.

… So ähnlich ist das Still-Tuch, dass Du auch als Babyschalen- und Kinderwagen-Abdeckung nutzen kannst. Du spannst es ebenfalls wie ein kleines Zelt um Deinen Torso und kannst dadrin Dein Kind stillen.

… Ihr könnt auch ein Still-Poncho verwenden. Halsabwärts habt ihr dann Privatsphäre. 🙂

… Okay sorry, ich muss es Dir zeigen, auch wenn ich nicht davon überzeugt bin, der Vollständigkeitshalber! Es gibt eine Still-Schürze! Ich glaube sofort, dass sie nahezu blickdicht ist, aber bin fest davon überzeugt, dass ihr generell mehr Blicke damit erntet. Solltest Du gut Erfahrung damit gemacht haben, lass es uns gern wissen, vielleicht lass ich mich ja überzeugen. 🙂

Still-Mode Geheimtipp

Meine Freundin schwört darauf und bei meinem nächsten Kind werde ich es auf jeden Fall ausprobieren! Es erfordert sicherlich etwas Übung und vielleicht auch eine professionelle Beratung aber mit ein bisschen Fingerspitzengefühl kann man sein Baby direkt in der Trage stillen! Wie großartig! Super geschützter Raum vor Blicken und Fremden und: Du kannst Dich dabei fortbewegen! 😀

So nun steht dem Besuch mit der kinderlosen Freundin in der Nähe Euer Arbeitsstätte nichts mehr im Weg!

Wähle ein stillfreundliches Krankenhaus

Meine Hebamme schwört darauf, dass Hausgeburten tendenziell zu einem leichteren Stillstart führen. Sprich: Krankenhäuser können den Start in die Stillbeziehung manchmal erschweren.

Nun weiß ich nicht, ob das mit den Hausgeburten stimmt, aber ich glaube sofort, dass Krankenhäuser manchmal auch ganz schön Schmu machen. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass jede Krankenschwester einer anderen Schicht eine grundlegend andere Meinung zu Still-Themen hatte. Zum Beispiel gibt die eine gibt Dir ein Still-Hütchen, die nächste reißt es einem wieder aus der Hand und ruft: „Saugverwirrung!“.

Bei einer Freundin von mir haben die Krankenschwestern sogar direkt ohne Rücksprache mit der Mutter zugefüttert. Klar, es meint ja keiner böse, aber wenn man frisch im Wochenbett ist und gerade eine Geburt hinter sich hat, dann braucht man keine 13 Meinungen und Krankenschwestern die einem ausschließlich helfen in dem sie die „Sandwich-Methode“ anwenden. Wer nicht weiß was das ist: Man bittet um Hilfe beim Anlegen, die Krankenschwester kommt, nimmt, im manchmal wenig liebevollen, Zangengriff Deine Brust, mit der anderen Hand das Köpfchen vom Baby und mit einem großen „HAPPPPSSSS“ wird beides zueinander geführt…. Super, worauf es nun beim Anlegen ankommt weiß man immer noch nicht.

Deshalb könnt ihr Euch einiges an Nerven sparen, wenn ihr ein Krankenhaus nehmt mit dem Siegel „Stillfreundlich“ oder „BABYFREUNDLICH“. Das sind ernsthafte Qualitäts-Siegel von der WHO und UNICEF und wohl gar nicht so leicht zubekommen! Das heißt, hier solltet ihr mit Euren Bedürfnissen zum Thema Stillen gut aufgehoben sein.

Wie kann ich mich aufs Stillen vorbereiten? Frau beim Strechting

Informiert Euch über das Stillen bereits in der Schwangerschaft

Yay, hier wieder eine Vorbereitung, die ihr direkt anfangen könnt! Das Schwierigste beim Stillen ist am Anfang das „Anlegen“. Klingt echt ein bisschen merkwürdig, denn ich habe mir Anlegen so vorgestellt, dass das Kind den Mund aufmacht und dann dockt es an die Brust an und trinkt – zack.

Im Idealfall ist das auch genauso! 🙂

Aber, es gibt tatsächlich noch ein paar Sachen auf die man achten sollte. Auch wie man es wieder „abbekommt“, wenn es nicht so geklappt hat.
Aber das wird alles ganz wunderbar in diesem Video der Global Health Media erklärt.

Und darüber hinaus gibt es viele gute Lektüren zum Stillen.

Hier ein paar Inspirationen:

Dein Still-Care-Package für Zuhause

Na gut, wenn Du die Finger nicht davon lassen kannst und lieber ein paar Sachen Zuhause hast, dann kann ich Dir folgende Sachen für Dein Still-Care-Package empfehlen:

Die folgenden Sachen kann man fast immer gebrauchen:

Diese Sachen sind schon Spezieller, würde ich eher auf Anraten Deines Arztes oder Hebamme besorgen:

Was wenn Stillen doch weh tut?

Sollte das Stillen trotz aller Vorbereitungen und festem Willen einfach weh tun, dann lasst Euch nicht entmutigen. In den ersten Wochen ist es leider nicht ganz ungewöhnlich, dass sich die Brust erst noch auf die neue Rolle einstellen muss.

Da kann es mal Zwicken und Zwacken und leider auch noch mehr. Aber, Kopf hoch, das kann man in den Griff bekommen! Und für fast alle Beschwerden kann man Linderung bekommen, also scheut euch nicht zu um Hilfe zu bitten, es gibt wirklich viel, dass ihr tun könnt! Im schlimmsten Fall gibt es sogar still-verträgliche Medikamente!

Hier findest Du noch eine Reihe an Hilfestellungen für alle Stillprobleme, die man haben kann. Bevor Du abstillst, kannst Du hier mal reinschauen:

Stillen tut mir weh - soll ich abstillen?

Mein Tipp an Dich: Gib nicht zu schnell auf! Manche Vorteile vom Stillen werden Dir vielleicht erst Wochen oder Monate später klar und dann kannst Du sie Dir kaum noch weg denken, daher versuch, was in angemessenem Rahmen möglich ist. Wenn Du es dann nicht mehr möchtest, ist das auch okay, natürlich! Aber, dann kannst Du Dir sagen, dass Du alles versucht hast und mit ruhigem Gewissen nun einen anderen Weg wählst.

Sooo, nun dürftet ihr gut versorgt sein mit ein paar Maßnahmen, wie Ihr Euch aufs Stillen vorbereiten könnt. Und wie ihr merkt, ist das gar nicht sooo viel. Also lasst es auf Euch zukommen und freut euch darauf! Was gibt es besseres für Euer Baby, genießt es. 🙂

Happy Stillen! 🙂

Deine Maisie

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