Kinder im Internet zeigen? 3 Gründe, die dafür sprechen und warum ich es trotzdem nicht mache

Kinder im Internet zeigen? 3 Gründe, die dafür sprechen und warum ich es trotzdem nicht mache

Immer wieder kommt auf dem Spielplatz oder bei mir auf dem Blog die Frage auf:

Wieso sollte man Kinder im Internet nicht zeigen?

Spoiler Alert: Unten findest Du, passend zum Thema, einen Werbespot aus meiner Jugend. 😀

Bisher habe ich mich mit einer Antwort wie der Teufel vor dem Weihwasser gescheut.

Denn in Gesprächen ist der O-Ton immer ganz klar:

“Neeein, Kinderbilder gehören nicht ins Netz… Recht am eigenen Bild… Mobbing…” und so weiter.

Und per WhatsApp Bilder zu verschicken ist ja auch schon grenzwertig, weil die auf irgendwelchen Servern (im Ausland) liegen, die jederzeit gehackt werden könnten und dann sind die Bilder im schlimmsten Fall im Umlauf.

Hui… Gar nicht so leicht, die Bilder der süßen Kleinen nicht zu zeigen. Ich könnte TÄGLICH manchmal minütlich Bilder an meine Familie schicken, hihi.

Darum verfolge ich immer recht gespannt die Diskussionen auf Facebook und Instagram, zu diesem Thema.

Tatsächlich ist da meist nicht viel Diskussionsbedarf.

Irgendwie sind sich alle einig, dass Bilder nicht ins Internet gehören und ob nun ein Bild mit Sonnenblume im Gesicht oder verpixelt bis zur Unkenntlichkeit noch okay ist, das ist dann auch schon der größte Streitpunkt.

Darum habe ich mich jetzt mal mit dem Thema auseinandergesetzt und überlegt, was dafür und was dagegen spricht

So, und wir fangen direkt damit an, warum Du Deine Kinder NICHT im Internet zeigen solltest:

  • Recht am eigenen Bild

Das ist wohl eines der Hauptargumente. Die Kinder haben das Recht am eigenen Bild und müssten dem selbst zustimmen.

“Gemäß den Paragraphen 22 und 23 des Kunsturhebergesetzes (KunstUrhG) ist zunächst jeder Mensch – groß wie klein – vor Veröffentlichung geschützt.” (Quelle: Arag.de)

So, bevor Du jetzt Schnappatmung bekommst, weil Du wohl möglich das Gesetz gebrochen hast:

“Bei Kindern bis zu sieben Jahren entscheiden alleine die Eltern oder Erziehungsberechtigten darüber, ob ein Foto veröffentlicht werden darf.” (Quelle: Arag.de)

Ganz faktisch heißt das, dass das Bild am eigenen Recht laut Gesetz nicht gebrochen wird, wenn Eltern ihre Kinder im Internet zeigen.

  • Späteres Mobbing

Ein weiter großer Kritikpunkt ist, dass die Fotos später vielleicht dazu genutzt werden, dass die Kinder in der Schule oder unter Freunden gemobbt werden.

Vielleicht finden die Kinder die Töpfchen-Bilder oder schlafend mit offenem Mund einfach nicht so niedlich wie die Eltern?

Doch auch, wenn man davon ausgeht, dass Eltern keine offensichtlich später als peinlich empfundenen Bilder posten, so weiß man nicht, ob auch das niedliche Baby-Foto für den 15-Jährigen unangenehm ist.

  • Preisgeben von Informationen

Oftmals zeigt man im Internet nicht nur ein Bild seiner Kinder, sondern teilt auch Informationen.

In meinem letzten Newsletter war zum Beispiel ein Bild von meiner Tochter mit einem Einhorn-Kuscheltier. Jetzt wissen mehr als Tausend Menschen, dass meine Tochter Einhörner mag.

Du bist noch nicht in meinem Newsletter?

.

Doch auch darüber hinaus.

Gerade, wenn es sich zum Beispiel um bekannte Personen oder Accounts handelt, dann können Bilder Aufschluss darüber geben, wo die Person wohnt, gerade ist oder in welche Schule sie geht.

Und, ob sie schon trocken ist, gestillt wird oder einen Leberfleck hat.

Fun Fact: Leberflecken bei Babys sind sehr selten, da sie meist durch UV-Strahlung entstehen.

  • Futter für Pädophile

Und die größte Angst ist natürlich, dass die Bilder missbraucht werden und irgendwo im Darknet umherwandern. 

Der Alptraum aller Eltern, klar.

  • Kontrollverlust

Ich glaube, jeder hat es schon mal erlebt, oder?

Man schickt ein “süßes” Bild von der Tomatensoße-Schnute seines Kleinkindes an die Oma oder Tante und schwuppst hat der Nachbar auch das Bild.

Du glaubst gar nicht, was ich schon alles für intime Bilder und Videos von Kindern gesehen habe, die mir eine flüchtige Bekanntschaft gezeigt hat. Und zwar meist von den Kindern anderer Eltern.

Klar, die Omas und Tanten sind alle furchtbar stolz und wollen ihre Enkelkinder und Nichten & Neffen gern zeigen, kann ich persönlich total nachvollziehen. Doch Fakt ist, wenn das Bild verschickt wurde, hast Du keine Kontrolle mehr darüber wo es landet.

Allerdings ist es illegal, dass andere Kinderbilder ohne eine Einverständniserklärung von den Eltern oder ab 7 Jahren auch dem Kind, im Netz posten. (Quelle: Arag.de)

Na wenigstens.

Ok, jetzt fragst Du Dich vielleicht:

Und was in Gottesnamen könnte dafür sprechen, Kinderbilder im Netz zu zeigen??

Drei Gründe habe ich gefunden, die dafür sprechen. Entscheide selbst, ob das die Nachteile aufwiegt, ich bin gespannt, was Du sagst.

Los geht’s:

  • Die Gesellschaft kinderfreundlicher machen

Ein sehr schönes Argument, finde ich, ist, dass das Zeigen von Kindern im Internet sie auch präsenter macht.

Deutschland wird ja öfters mal vorgeworfen, nicht kinderfreundlich zu sein und vielleicht würde es helfen, wenn Kinder überall mit dabei sind.

So werden sie dann vielleicht seltener bei politischen Entscheidungen vergessen.

  • Geld verdienen

Sohooo, jetzt lehne ich mich mal aus dem Gartentor, spitzt die Fackeln.

Es gibt viele Accounts, Personen und Fotografen (Stichwort: “Stock Photos” – die Bilder von weinenden Kindern, die Du auf Facebook und Co siehst), wo Erwachsene bzw. Eltern Geld mit den Fotos ihrer Kinder verdienen.

Klar, jetzt denkst Du: WIE KANN MAN NUR???

Doch es hat nicht nur Nachteile.

Vielleicht können die Eltern so viel Zeit Zuhause verbringen, sich einen Urlaub oder den so sehr gewünschten Klavierunterricht leisten.

Klar, das ist jetzt auch nicht mein favorisiertes Business-Modell, doch es gibt YouTube Kanäle, wo die Mama mit dem Kind Spielzeug ausprobiert oder backt und dabei Millionen verdient.

Einen Grund hab ich noch pro Kinderfotos im Internet.

  • Schöne Erinnerungen

Würde heute meine kleine Tochter zu mir sagen: “Mama, darf ich in einem Werbespot für Schülernachhilfe mitmachen?” würde ich ganz schön ins Grübeln kommen… Ist das ein Produkt, für das ich MEINE Tochter hergeben möchte? 

Was, wenn sie dafür gemobbt wird und halt alle anderen Punkte da.

Doch das witzige ist, ich war in jungen Jahren in genau so einem Werbespot. Haha.

Hier ist er, na, kannst Du mich erkennen? 😀

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Wenn nicht, verrate ich es Dir ganz unten.

Fun Fact: Der Werbespot wurde so spät abends gedreht, dass es schon dunkel war, doch dank Scheinwerfer sieht es aus, als ob es am Tage wäre.

Und jetzt kommt der Clou, ich war da immer total stolz auf diesen Werbespot. Ja, keine Ahnung warum 😄

Aber ich fand das immer “cool”. 

Es gab auch andere Bilder von mir auf Bussen oder Plakaten und auch die fand ich cool.

Jetzt als Mutter, weiß ich nicht, ob ich das meiner Tochter erlauben würde.

Und da kommen wir auch schon zu meinem Fazit

Ich finde es sehr schwierig, das zu entscheiden. 

Und im Zweifel entscheide ich mich für weniger.

Darum tobe ich mich aus, wenn ich meiner Familie Bilder schicke – die auch verantwortungsvoll damit umgehen – aber bin im Internet sparsam.

Hier siehst Du zum Beispiel, wie ich mit meiner Tochter Karten bastel.

Wenn Du über das Thema mit Deinen Eltern sprechen möchtest, dann gibt es richtige coole Ratgeber, in denen alles rund um Social Media einfach und unkompliziert erklärt wird.

Auch, welche Stolpersteine es gibt und wie man am besten mit ihnen umgeht.

Da gibt es zum Beispiel den ausführlichen Ratgeber “Der Social Media Guide für Eltern und Großeltern“.

Und was denkst Du:

Übrigens, was ich persönlich schon fragwürdig finde ist, Bilder seiner Kinder als “Stock Photos” zu verkaufen.

Diese Bilder unterliegen teils gar keinen Lizenzen und dürfen von vorn bis hinten bearbeitet und danach vollkommen legal kommerziell genutzt werden.

Hier auf dem Blog findest Du auch solche Bilder (aber nur nette Bilder).

Ich bin tatsächlich schon länger am Überlegen, ob ich die austausche. Bloß das widerspricht wieder Punkt 1 der Vorteile von Kindern im Netz.

Hach, was denkst Du?

Schreib es gern in die Kommentare, ich bin gespannt!

Deine Maria

PS: Hier kommt die Auflösung, du siehst mich in dem Werbespot in Sekunde 9. Ganz rechts im Bild im blauen Pullover. Du siehst, eine Hauptrolle, haha.

Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Fabi

    Juhu! Also ich bin die, die direkt nach der Geburt meines Kindes zwei Fotos geschickt hat, auf denen man nur die Hälfte des Gesichts erkennen kann oder das Gesicht ganz verschwommen ist auf Papas Arm. Alle hatten also Bilder, die aber einfach gar nichts wirklich erkennen lassen. Hihi. 🤪

    1. Maisie

      Huhu Fabi, ja genau so haben wir es auch gemacht!
      Man sollte wirklich bedenken, dass gerade dieses “Das Baby ist da”-Foto wirklich viel umhergeschickt wird.
      Unser 1. Bild sah übrigens ganz ähnlich aus. 🙂

  2. Katharina Tolle

    Hey ho!

    Ich habe nach der Geburt ein Gedicht geschrieben. Fotos folgten danach irgendwann an die Großeltern — und da denke ich mir mittlerweile, dass vielleicht manche Bilder nicht hätten sein müssen. Nun hoffe ich, dass sie diese nicht weitergeben…

    Liebe Grüße!
    Katharina

    1. Maisie

      Huhu Katharina, das mit dem Gedicht klingt ja schön!

      Ja, das ist mir auch schon passiert, dass ich im Nachhinein dachte: “Hm, das hätte ich mal lieber nicht schicken sollen”. Aber da hoffe ich dann einfach, auf das Gute. 🙂

      Und nehme mir vor, beim nächsten Mal zweimal nachzudenken, bevor ich ein Foto versende. 😉

      Liebe Grüße,
      Maria

Schreibe einen Kommentar