Warum Du Dich selbstständig machen willst und trotzdem nicht ins Tun kommst

Selbstständig machen wollen und trotzdem nicht ins Tun kommen

Warum Du Dich selbstständig machen willst und trotzdem nicht ins Tun kommst

Du willst Dich selbstständig machen. Eigentlich. Also schon. Du liest Artikel, speicherst Reels, kaufst vielleicht sogar ein Notizbuch, das sehr nach “neues Leben” aussieht. Und trotzdem passiert: erstaunlich wenig.

Und dann kommt diese wenig hilfreiche innere Stimme: “Vielleicht bin ich einfach nicht diszipliniert genug.” Bitte einmal kurz freundlich zur Seite schieben, diese Stimme hat heute keinen Premiumplatz verdient.

Wenn Du nicht ins Tun kommst, heißt das nicht automatisch, dass Du faul bist. Oft heißt es: Deine Idee ist noch zu groß, zu schwammig oder zu sehr mit Druck aufgeladen. Du willst ein Business starten, aber Dein Kopf versucht gleichzeitig, Dein ganzes künftiges Leben abzusichern. Kein Wunder, dass er irgendwann die Tabs schließt.

Der wichtigste Unterschied: Du brauchst nicht mehr Motivation. Du brauchst eine kleinere nächste Handlung, bei der Dein Nervensystem nicht direkt “wir ziehen in ein anderes Land” schreit.

Inhaltsverzeichnis

Warum es meistens nicht an Faulheit liegt

Faulheit ist ein sehr beliebtes Etikett, weil es so schön einfach klingt. In Wahrheit steckt hinter Nicht-Anfangen oft etwas anderes: Überforderung, Perfektionismus, Angst vor Bewertung oder die stille Hoffnung, dass sich irgendwann alles ganz eindeutig anfühlt.

Nur leider fühlt sich Gründen selten eindeutig an. Du wirst nicht eines Morgens aufwachen und Dein Businessplan liegt golden beleuchtet neben dem Kaffee. Meistens startest Du mit einer halbgaren Idee, testest, merkst etwas, passt an und tust dann so, als wäre das schon immer der Plan gewesen. Willkommen im Unternehmertum, es trägt bequeme Socken.

Wenn Du also ständig recherchierst, aber nichts veröffentlichst, nichts anbietest, nichts testest, dann ist die Frage nicht: “Warum bin ich so undiszipliniert?” Sondern: Was macht den nächsten Schritt gerade zu groß?

Und manchmal ist es auch noch etwas tiefer. Dann arbeitet nicht nur Dein Kalender gegen Dich, sondern Dein Nervensystem gleich mit. In Kapitel 9 meines Buches spreche ich ausführlicher über Selbstsabotage und Glaubenssätze wie: “Bei mir klappt das eh nicht”, “Andere können das besser”, “Ich muss erst perfekt sein” oder “Wenn ich sichtbar werde, wird es peinlich”. Solche Sätze tragen leider sehr selten zur Entspannung bei.

Wenn Deine Idee zu groß ist

Viele Ideen wirken am Anfang nicht wie Ideen, sondern wie ganze Lebensentwürfe. Du willst vielleicht einen Etsy-Shop eröffnen, aber im Kopf hängt daran sofort: perfekte Produktlinie, Markenfarben, Social Media, Newsletter, Steuer, Versand, Kundenservice, Reichweite und irgendwann bitte finanzielle Freiheit.

Das Problem ist: Dein Gehirn sieht nicht “kleiner erster Test”. Dein Gehirn sieht “Riesending mit unklarem Ausgang”. Und dann macht es das, was Gehirne bei unklarer Gefahr gern tun: Es schlägt sehr überzeugend vor, noch eine Recherche-Runde einzulegen.

Deshalb hilft es oft auch, nicht nur auf das zu schauen, womit man theoretisch Geld machen könnte, sondern auf das, worin Du wirklich Sinn siehst. Wenn Du liest, dass Du jetzt unbedingt in die Hochzeitsbranche musst, aber Dich jedes Mal selbst zum Thema hinschieben musst, machst Du es Dir unnötig schwer. Wenn Dich ein Thema dagegen wirklich packt, musst Du deutlich weniger Energie dafür aufwenden, Dich ständig wieder zu motivieren. Und sind wir mal ehrlich: Energie ist unsere kostbarste Ressource.

Ein besserer Start wäre zum Beispiel:

  • eine Produktidee sauber auf Nachfrage prüfen,
  • ein einziges Angebot formulieren,
  • drei mögliche Kundinnenfragen beantworten,
  • eine einfache Verkaufsseite oder ein Etsy-Listing vorbereiten,
  • einer Person erzählen, was Du anbietest.

Das klingt weniger glamourös als “Launch”, aber es bringt Dich aus der Fantasie in die Realität. Und dort passiert leider die ganze nützliche Magie.

Selbstsabotage, Glaubenssätze und andere sehr kreative Bremsen

Selbstsabotage sieht im Business selten dramatisch aus. Sie trägt meist Alltagskleidung und klingt vernünftig. Noch eine Recherche. Noch schnell das Logo überdenken. Noch nicht posten, weil die Website ja noch nicht fertig ist. Noch nicht launchen, weil vielleicht gerade nicht der perfekte Zeitpunkt ist. Schon praktisch, wie kreativ unser Kopf werden kann, wenn er uns vor Unsicherheit schützen möchte.

Nur dumm, dass dieser Schutz oft exakt den Fortschritt blockiert, den wir uns eigentlich wünschen. Wenn Dich das Thema interessiert, schau wirklich mal in Kapitel 9 meines Buches. Da geht es darum, wie Glaubenssätze, Angst vor Bewertung und nervöses Dauerkorrigieren echte Geschäftsentscheidungen beeinflussen.

Und wenn Du das Thema erst einmal ohne Buch als Blogartikel greifen willst, lies auch Selbstsabotage im Mama-Business. Das ist sozusagen die sehr alltagstaugliche Schwester zu genau diesem Punkt.

Die heimliche Angst vor Sichtbarkeit

Manchmal geht es gar nicht um die Aufgabe selbst. Ein Produkt hochladen, einen Text schreiben, ein Angebot verschicken – das wäre technisch machbar. Aber sobald etwas sichtbar wird, kann es bewertet werden. Jemand könnte nicht kaufen. Jemand könnte eine Frage stellen. Jemand könnte denken: “Ach, die jetzt auch?”

Das ist nicht albern. Sichtbarkeit ist für viele Menschen ein echter innerer Schritt. Besonders, wenn Du lange funktioniert hast, für andere da warst oder gewohnt bist, erst dann etwas zu zeigen, wenn es absolut fertig ist.

Angst vor Sichtbarkeit ist super relevant. Gleichzeitig muss ich dabei immer ein kleines bisschen schmunzeln, weil Sichtbarkeit eigentlich ein ziemliches Luxusproblem ist. Gefunden zu werden ist nämlich extrem schwierig. Der Großteil aller Businesses kämpft überhaupt erst einmal darum, gesehen zu werden. Trotzdem verstehe ich total, dass es sich beängstigend anfühlt. Da hängt oft nicht nur Business dran, sondern auch die konkrete Angst, was Leute aus dem Bekanntenkreis denken könnten.

Aber Business wächst nicht im Versteck. Du musst nicht laut werden. Du musst nicht dauernd Dein Gesicht in die Kamera halten. Aber Dein Angebot braucht eine Tür nach außen. Sonst bleibt es ein sehr hübsches Geheimnis.

Warum Etsy Klarheit braucht

Gerade bei Etsy ist Nicht-ins-Tun-Kommen oft ein Zeichen dafür, dass noch nicht klar ist, was genau verkauft werden soll. “Ich mache schöne Vorlagen” ist noch kein Angebot. “Ich verkaufe personalisierbare Einladungsvorlagen für Kindergeburtstage, die Eltern in zehn Minuten anpassen können” ist viel näher dran.

Etsy belohnt nicht Deine gute Absicht. Etsy belohnt, wenn Menschen suchen, klicken, verstehen und kaufen. Dafür brauchst Du Klarheit: Was ist das Produkt? Für wen ist es? Welches Problem löst es? Warum genau dieses und nicht eines von hundert ähnlichen?

Wenn Du bei Etsy gerade zwischen hundert Ideen pendelst, helfen Dir als Nächstes oft diese drei Artikel am meisten: digitale Etsy-Shop Ideen für Mamas, digitale Produkte auf Etsy verkaufen als Mama und Etsy in der Elternzeit.

Wenn Du bei Etsy starten oder Deinen Shop endlich sortieren willst: Mein Buch Warum dein Etsy-Shop nicht wächst ist genau für diesen Punkt gedacht. Es hilft Dir, nicht noch mehr wahllos zu tun, sondern Deinen Shop von Angebot bis Conversion klarer zu sehen.

Und wenn Du merkst, dass Du weniger ein Wissensproblem als ein inneres Bremsproblem hast, schau dort besonders in Kapitel 9. Das ist der Teil, in dem es um Selbstsabotage, Glaubenssätze und Entscheidungsqualität geht.

Warum dein Etsy-Shop nicht wächst - Buch von Maria Westen

Der erste sinnvolle Schritt

Wenn Du gerade festhängst, mach den nächsten Schritt bitte kleiner. Nicht ein bisschen kleiner. Frech klein. So klein, dass Dein innerer Perfektionismus beleidigt ist.

  • Schreib eine Produktidee in einem Satz auf.
  • Notiere zehn Suchbegriffe, die eine Käuferin benutzen könnte.
  • Formuliere eine Produktbeschreibung nur als Rohfassung.
  • Bitte eine echte Person um ehrliches Feedback.
  • Setze Dir 30 Minuten und höre auf, wenn die Zeit vorbei ist.

Das Ziel ist nicht, heute Dein perfektes Business zu bauen. Das Ziel ist, wieder Bewegung zu erzeugen. Bewegung macht klarer. Recherchieren macht oft nur müder.

Und wenn Du beim Aufbau Deines Business gern ein bisschen weiter schauen möchtest als nur bis zum nächsten Reel, dann schau Dich auch gern auf maria-westen.de um.

Mein Fazit: Wenn Du Dich selbstständig machen willst und nicht ins Tun kommst, brauchst Du selten einen härteren Plan. Du brauchst einen ehrlicheren. Kleiner starten, klarer testen, weniger Theater im Kopf. Und wenn Etsy Dein Weg sein könnte, dann fang nicht mit mehr Aktionismus an, sondern mit besserer Sortierung.

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