Wie fühlt sich Stillen an?!

Wolltest Du schon immer wissen wie sich wohl Stillen anfühlt? Vielleicht kommt Stillen bald selbst auf Dich zu oder Du möchtest wissen wie sich eine Freundin oder Deine Frau dabei fühlt?

Na dann seid gespannt, ich berichte Dir, wie Stillen für mich war. 🙂

Die große Angst – wird es weh tun?!

Also vor weg: Ich würde mich als sehr sensibel im Brustbereich bezeichnen. Sogar so empfindlich, dass ich unter öffentlichen Duschen, wie beim Sport oder im Schwimmbad, meine Brust vor den Wasserstrahlen schützen musste. 😀

Der Gedanke, dass da so ein kleines Wesen intensiv dran herum nuckelt und saugt, löste bei mir also doch etwas Unbehagen aus.

Wenn dann andere Mamas Stillen als wunderschön beschrieben haben, habe ich mich immer gefragt, wie das wohl zusammen passt?! Ich meine bezieht sich das auf den Bonding-Teil oder ist es auch körperlich wunderbar…?! Na da war ich sehr gespannt. 🙂

In der Geburtsvorbereitung kam ebenfalls das Thema Stillen, begleitet von vielen große Augen im Kursraum, die wissen wollten, worauf sie sich da einließen. Die Hebamme erklärte uns geduldig, dass das Baby beim Stillen tatsächlich nicht direkt auf der Brustwarze umher nuckelt, sondern eigentlich die Brustwarze weit nach hinten in den Mund nimmt und dann mit dem Unterkiefer die Milch heraus massiert. Und das Beste: Die Brustwarze wird eigentlich kaum „berührt“.

Da war die Erleichterung im Raum zu spüren und alle nickten zufrieden, Stillen stand nun wieder ganz oben auf dem Plan.

Die ersten Tage Stillen

Viele meine Freundinnen fanden Stillen vom ersten Tag an schmerz- und problemlos und ich wünsche Dir vom ganzen Herzen, dass es auch bei Dir so ist.

In einem anderen Bericht habe ich bereits geschildert, dass der Start ins Stillen bei mir nicht so reibungslos verlief und eher eine Achterbahnfahrt war: Lies hier gern weiter „Stillen tut mir weh – soll ich abstillen?!“.
Aber, lass Dich nicht entmutigen, denn Spoiler Alert: ich berichte wie ich es nach vielen Stillproblemen zum schmerzfreien Stillen geschafft habe. 🙂

Aber, ganz ehrlich, die ersten Tage sind oft doch unangenehm. Klar die Brust muss sich daran gewöhnen, meist ist man nicht auf der Höhe seiner sportlichen Leistungen nach einer Geburt 😉 und dann ist da der Milcheinschuss. Meine Hebamme hat mich immer verbessert, dass der Begriff eigentlich irreführend ist, da nicht die Milch einschießt sondern eine andere Flüssigkeit. Wie auch immer, ein paar Tage nach der Geburt sehen die Brüste plötzlich wie aus einem Dolly Buster Film aus (natürlich wenn man es am wenigsten braucht :-D) und das kann dann etwas unangenehm sein. Ein bisschen Druck ein bisschen Spannung. Aber: das wird schnell wieder besser!

Bei mir war es leider so, dass der Einschuss so stark war, dass meine Brüste so prall waren, dass meine kleine Mia sie nicht ordentlich mit dem Mund „zu greifen“ bekommen hat. Wie oben beschrieben gehört beim Trinken die Brustwarze nach ganz hinten in den Mundraum, ja… das hat bei uns leider nicht geklappt.

An der Stelle überspringe ich mal die daraus resultierenden Probleme, aber das war wiiirklich uncool! Also so hatte ich mir Stillen aber nicht vorgestellt. Wunderschön, schmerzfrei und die Liebe zu meiner Tochter vertiefend…?! Wenn mein Mann meinte: „Ich glaube sie hat Hunger“ haben sich mir die Fußnägel hochgerollt.

Achtung: für mich war es gut, trotz dieser argen Beschwerden dran zu bleiben und es gibt wirklich ein Happy End! Aber generell ist es ein alarmierendes Anzeichen, wenn man „Angst“ vor dem eigenen Kind bekommt und ein valider Grund eine Alternative zu finden.

Man kann auch erstmal mit einem Stillhütchen stillen, um die Brustwarze zu schonen. Da gibt es zweigeteilte Meinungen zu, aber: bevor man abstillt oder leidet ist es besser es damit zu probieren. Und es gibt auch noch mehr unterstützende und lindernde Methoden, also ihr seid dem nicht ausgesetzt! Hoffentlich habt ihr eine gute Hebamme sonst hilft auch Doktor Google. Wenn ihr gar nicht weiter wisst gibt es kostenlose Beratungsstellen, ich habe sie in meinem anderen Post verlinkt: „Stillen tut mir weh – soll ich abstillen?!“.

Die ersten 6 Wochen nach der Geburt

Ok, also die ersten Tage waren (bei mir) nicht so prall, na super. Aber nachdem die ersten Probleme wieder verheilt waren, war zumindest das geschafft, Check!

Dann konnte ich mich mit dem Vasospasmus beschäftigen, einer Krampfneigung in der Brust. Das gibt beim Stillen einen stechenden Schmerz, bei mir hat es teilweise bis in den Rücken gezogen – keine Angst ist recht selten und hängt mit der Einnahme von hohen Mengen Magnesium in der Schwangerschaft zusammen.

Also so richtig hatte ich die Liebe zum Stillen immer noch nicht entdeckt… Meine Hebamme lobte mich für meinen Altruismus (Leidensfähigkeit für andere, yay…) und so langsam wollte ich nicht mehr aufgeben, zu viel hatte ich schon investiert. Die magischen ersten 3 Monate wollte ich auf Biegen und Brechen voll kriegen.

Ich weiß noch wie ich neben einer stillenden Freundin gesessen habe und sie gefragt habe, ob ihr das denn so gar nicht weh tun würde? Nicht mal ein kleines bisschen?? Sie hielt kurz Inne, überlegte und sagte dann: „Hm, ich spüre manchmal den Milchspendereflex, aber das tut nicht weh.“ Wow! Das hätte ich auch gern!

Nach den ersten 6 Wochen – es geht bergauf!

Nachdem ich nun 6 Wochen lang den ganzen Tag mit Stillmanagement verbracht habe – oh ja, das gibt es wirklich. 🙂
War nun endlich der Knoten geplatzt! Der Vasospasmus ließ endlich nach, es war alles verheilt und gesund, yippie!
Anlegen hatten wir mittlerweile auch raus und sogar das Stillen in der Öffentlichkeit mehrmals gewuppt ohne Interaktion Fremder, was will man mehr! 😉

Und nun stille ich schon seit fast 10 Monaten und verstehe eeeendlich wie Stillen gedacht ist! Tatsächlich würde ich nun selbst Stillen als etwas sehr Schönes beschreiben. Und nein, nicht weil es ein körperliches Hochgefühl auslöst, sondern weil es schön ist, das eigene Kind so zufrieden und nah zu sehen.

Als mich letztens eine Freundin gefragt hat, ob stillen eigentlich weh tut, bin ich kurz in mich gegangen und habe festgestellt, dass genau wie bei meiner Freundin, ich lediglich hin und wieder den Milchspendereflex merke und sonst: NICHTS!

Wer sich jetzt fragt wie sich ein Milchspendereflex anfühlt: das ist ein kleiner Druck in der Brust, bei dem man denkt: Huch, was ist das denn? Und dann geht es auch schon los. 😉 Aber nicht schmerzhaft.

Also wie fühlt sich Stillen jetzt an?

Im Normalfall und ohne derartige Probleme wie ich sie hatte, tut stillen nicht weh! Ich würde dem Ganzen ein paar Tage Eingewöhnung geben und nicht sofort aufgeben, falls es am Anfang etwas ungemütlicher ist als erwartet. Aber man darf sich da auch Hilfe holen und vor allem auch annehmen!

Falls ihr noch eine kleine Motivation braucht um euch für das Stillen zu entscheiden oder dran zu bleiben, dann findet ihr hier einen sehr schön geschriebenen Artikel von Dr. Konstantin Wagner: „Die Zaubermilch“.

Ich werde auch oft gefragt, was ich mache, jetzt wo die kleine Maus Zähne bekommt. 😀
Aber, es gab hier bisher keine „Unfälle“ und ich glaube auch nicht, dass es von der Natur aus vorgesehen ist, dass Kinder das Privileg der Brust aufs Spiel setzen – ich hoffe, dass ich Recht behalte. 😀

Ich bin so gespannt zu hören, wie sich Stillen für Dich angefühlt hat? Wie würdest Du es beschreiben?

Deine Maisie

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