Wie bereitet man sich als Vater auf eine Hausgeburt vor? Und, muss MANN das?

Wie bereitet man sich als Vater auf eine Hausgeburt vor? Und, muss MANN das?

Was macht eigentlich der Mann bei einer Hausgeburt?

Eins steht fest: Er ist nicht die Hebamme.

Und noch etwas steht fest: Er ist ein wichtiger Teil der Geburt.

Geburtsvorbereitungskurse für Frauen gibt es schon recht viele. Selten sind sie spezifisch für Hausgeburten (oder generell für außerklinische Geburten) und noch seltener wird der Mann groß thematisiert.

Und das ist echt schade!

Denn Männer können einen entscheidenden Teil zur Geburt dazu beitragen. 😎

Das hat auch Katharina von “Ich Gebäre” erkannt und hat ein Buch über den “kompetenten Hausgeburtsvater“* geschrieben.

In dem Buch geht es darum, wie Männer sich auf Hausgeburten vorbereiten können.

Und es wird nichts ausgelassen:

  • Wie geht man mit seinem Umfeld um?
  • Wie löst man eigene Blockaden auf?
  • Was passiert bei einer Geburt?
  • Was ist, wenn nicht alles nach Plan läuft?
  • Und vieeeles mehr!
Dieses coole T-Shirt gibt es hier!

Doch lies in diesem Interview mit Katharina, wieso man sich als Mann auf eine Hausgeburt besonders vorbereiten sollte. Und warum Hausgeburten für sie selbst ein wichtiges Thema sind. 😊

Der Hausgeburtsvater

Auf Deinem Blog kann man lesen, dass Deine erste Geburt eine Hausgeburt werden sollte, doch Dein Kind im Krankenhaus zur Welt kam.

Was hat Dich von Hausgeburten so sehr überzeugt, dass Du die nächsten beiden Kinder wie geplant Zuhause bekommen hast und warum hat es danach geklappt?

Die Aufarbeitung meiner ersten Geburt hat mir gezeigt, dass es nicht die Umgebung zu Hause war, die die Geburt negativ beeinträchtigte.

Es war meine eigene Unsicherheit: Ich hatte zwar vorher allen erzählt, dass ich mein Kind selber zu Hause zur Welt bringen wollte — aber unter der Geburt erwartete ich dann unterbewusst doch die Anleitung meiner Hebamme. Das ist mir aber auch erst viel später klargeworden.

Es hätte für den Verlauf der Geburt aber wohl keinen Unterschied gemacht, ob ich von Anfang an im Krankenhaus gewesen wäre. So waren wir also für die letzten 2 Stunden im Krankenhaus und mein Sohn kam mit der Saugglocke auf die Welt.

Wären wir früher gefahren, hätte ich dann vielleicht auch früher Oxytocin bekommen. Vielleicht wäre mir dadurch die Saugglocke erspart geblieben, oder vielleicht auch nicht. Vielleicht wäre es auch ein Kaiserschnitt geworden. Ich weiß es nicht.

In jedem Fall stand für mich nach dieser Erfahrung fest, dass ich mich auf die nächste Geburt anders vorbereiten wollte. Und dass dann, unter diesen neuen Bedingungen, eine Hausgeburt für mich die beste Lösung sein würde.

Die Überzeugung war einfach: Ich habe mich bereits in meiner Kindheit in Krankenhäusern nicht wohlgefühlt. Ich habe Verwandtschaftsbesuche im Krankenhaus verabscheut. Ich wollte nicht in Krankenhäuser. Mir war klar, dass ich mich dort nicht so entspannen könnte, wie es sinnvoll wäre für eine komplikationslose Geburt.

Im weiteren Rechercheverlauf kamen dann andere Gründe dazu: Die 1:1-Betreuung zu Hause, Keimbelastung, Interventionsspirale — das alles wollte ich für mich nicht.

Viel zur gelungenen zweiten Geburt beigetragen hat ein Hypnobirthing-Kurs, den ich zusammen mit meinem Mann besuchte.

Ich hatte auch vorher viel gelesen — schon vor der ersten Geburt –, mein Mann hatte sich allerdings nur mit der organisatorischen Seite der Geburt beschäftigt. Nun waren wir gemeinsam verantwortlich. Er hatte eine aktive Rolle, und er füllte die bei der 2. Geburt wunderbar aus. Ich habe das in meiner Geburtsgeschichte noch genauer ausgeführt. Übrigens hat er diese Rolle auch bei der Geburt unseres jüngsten Kindes wieder übernommen und gemeistert.

Und Dein Wissen aus diesen 3 Geburten und Deinen unzähligen Blogartikel fließt nun in Dein Buch?

Mein Wissen aus diesen drei Geburten war erst der tiefere Einstieg in das Thema.

Der Gedanke, ein Buch zu schreiben, kam mir, nachdem ich zum wiederholten Male Geburtsgeschichten für Frauen geschrieben habe, die mir erzählten, dass ihre Männer sich eigentlich gewünscht hätten, vorher schon bewusster eingebunden zu werden.

Sie waren sich darüber im Klaren, dass ihre Frau das Kind gebären würde. Sie wollten helfen. Aber sie waren sich unsicher, wie.

Viele Frauen berichteten mir auch, dass die “klassischen” Bücher zu Schwangerschaft und Geburt eher abschreckend oder langweilig für ihre Partner waren.

“Da geht es ja nur um dich, nicht um mich! Jetzt weiß ich, was in deinem Körper abläuft. Aber was ich dazu beisteuern kann, weiß ich immer noch nicht.”

Dieser Situation wollte ich entgegenwirken.
Sprich: Ja, natürlich nutze ich das Wissen, das ich auch zum Schreiben der Blogartikel nutze. Darüber hinaus fließt aber auch vieles ein, zu dem es (noch) keine Blogeinträge gibt. Auf dem Blog behandle ich ja ein wesentlich größeres thematisches Spektrum.

Warum richtet sich Dein Buch an Männer?

Wie gesagt: Männer können so viel mehr, als danebenstehen. Und dennoch widmet sich die bestehende Literatur nur Frauen.

Höchstens gibt es mal ein “Kapitel für den Partner”. Dabei kann von der Handlung des Partners abhängen, ob die Geburt gelingt, oder nicht.

Ein Mann, der Unsicherheit ausstrahlt, kann die Gebärende verunsichern. Ein Partner, der hektisch umherläuft, weil er nicht weiß, ob das Wasser nun lauwarm oder heiß sein soll, kippt im schlimmsten Fall heißes Wasser über seine eigenen Füße. “Na los, press mal!” kann genau richtig sein. Oder eben falsch.

Ich wollte dazu beitragen, dass Väter sich ganz bewusst und aktiv dazu entscheiden, bei der Geburt dabei zu sein — oder auch nicht!

Egal, welche Rolle sie übernehmen: Sie müssen das vorher wissen und sich entsprechend vorbereiten. Das alles geht aber nur, wenn sie auch ihre eigenen Grenzen achten. Damit das funktioniert, sollten sie sich vorher erstmal mit diesen Grenzen beschäftigen. Dazu regt mein Buch ebenfalls an.

Wie bereitet man sich als Vater auf eine Hausgeburt vor? Und, muss MANN das?

Was denkst Du, wie viel dürfen Männer mitentscheiden, wo ihr Baby geboren wird?

Im Buch stelle ich ganz klar: Die Entscheidung liegt bei der Frau.

Sie ist schwanger, sie bringt das Kind zur Welt. Ohne Wenn. Ohne Aber. Kein Partner, kein*e Ärzt*in, niemand sonst kann das entscheiden.

Das bedeutet aber auch: Die Gebärende trägt die volle Verantwortung für alles, was aus dieser Entscheidung folgt.

Den Frauen sage ich also: Wenn du dein Kind zu Hause zur Welt bringen willst, tu das. Wenn dein Partner die Entscheidung nicht mitträgt, kannst du ihn nicht zwingen, dabei zu sein.

Und den Männern sage ich: Deine Frau entscheidet. Du kannst sie nicht zwingen, anderswo zu gebären. Und sie kann dich im Umkehrschluss genauso wenig zwingen, dabei zu sein, wenn du das nicht willst.

Ja, das ist radikal.

Natürlich weise ich im Buch darauf hin, dass es wichtig ist, miteinander zu sprechen. Ich gebe auch Beispiele, wie sich beide Seiten mit einer Entscheidung wohlfühlen können, wenn offene Gespräche geführt werden.

Doch wenn das alles nichts hilft, entscheidet die Frau, wo sie ihr Kind gebiert. Mit allen Konsequenzen.

Wer sollte Dein Buch lesen: Männer, die sich noch von einer Hausgeburt überzeugen wollen oder Männer, die bereits voll onboard sind?

Im ersten Kapitel frage ich detailliert, wie der werdende Vater zur Hausgeburt steht.

Das Buch bietet keine Statistiken zur Sicherheit von außerklinischen Geburten. Es bietet aber den Raum, sich mit den eigenen Ängsten und Überzeugungen auseinandersetzen zu können.

Ab dem zweiten Kapitel gehe ich davon aus, dass der Papa prinzipiell hinter der Hausgeburt steht. Es geht dann um die Fragen, wie er sich auf die Geburt vorbereitet, was er unter der Geburt tun kann (Spoiler: Mehr, als nur Händchen halten und die Nabelschnur durchtrennen) und wie er sich auf das Wochenbett vorbereitet.

Und jetzt mal ehrlich, wer kauft Dein Buch: Männer oder Frauen für Ihre Männer? 😃

Hehe.

Wer über das Verkaufsportal Digistore24 bestellt, muss den Namen angeben, auf den das Bezahlkonto läuft. Das sind meist 2 Namen — wer da gekauft hat, weiß ich nicht.

Bei mir direkt kaufen bisher tatsächlich mehr Mütter als Väter.

Das spiegelt sich auch in den Rezensionen wider, die ich bisher erhalten habe. Ich hoffe aber, dass sich das ändert.

Dennoch freut es mich, dass Frauen das Buch hilfreich finden. Denn ganz ehrlich: Solange es eine Hilfe ist, habe ich mein Ziel ja erreicht!


Danke liebe Katharina!

Na, bist Du neugierig geworden?

Ich finde, dass Hausgeburten als auch Männer bei Geburten sehr wichtige Themen sind und freue mich, dass Katharina beides zusammenfügt und umfassend aufbereitet hat!

Hast Du noch eine Frage?

Hier* findest Du ganz unten, Antworten auf sämtliche Fragen, wie “Sollte ich das Buch meinem Mann schenken?” und viele weitere.

Wie offen ist Dein Mann für Geburtsvorbereitungs-Lektüre?

Schreib es gern in die Kommentare.

Deine Maisie 💕

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