Kindergartenfreie Kindheit – 7 wirklich gute Gründe Dein Kind selbst zu betreuen!

Kitafreie Kindheit - 7 wirklich gute Gründe Dein Kind selbst zu betreuen

„Die Aufgabe der Umgebung ist es nicht, das Kind zu formen, sondern ihm zu erlauben, sich zu offenbaren“

Maria Montessorie

Als ich noch keine Kinder hatte, habe ich nie infrage gestellt, ob ich mein Kind später in eine Krippe / KiTa oder den Kindergarten geben würde.

Macht man das nicht so und überhaupt, was für Alternativen gibt es denn?!

Als meine Tochter jedoch geboren war, da ging es mir – wie vermutlich vielen Eltern

Plötzlich hat man seinen kleinen Schatz in den Armen und sieht einen kleinen Menschen mit Bedürfnissen & individuellen Fähigkeiten und fragt sich, ob die Fremdbetreuung wirklich das Richtige für MEIN Kind ist?

Es stand also schnell fest: Unsere Maus würde nicht mit 1 Jahr in eine KiTa gehen und mein Mutterherz atmete auf. 🥰

Komischerweise schienen mein Mann und ich die einzigen Menschen auf diesem Planeten zu sein, die das so empfinden.

Hier findest du dieses Statement-Shirt!

Ich dachte Stillen wäre schon kontrovers und lädt zu vielen Ratschlägen ein, aber ich habe mich geirrt: “Kindergartenfrei” führte zu viel mehr erschrockenen Gesichtern!

“Ja braucht das Kind nicht Gleichaltrige zum Spielen?!” 👉 Hast Du schon mal 1 Jährige zusammen spielen gesehen? 🤷‍♀️

“Wie wird es denn dann sozialisiert?” 👉 Wohl nicht bei uns?! 🤪

“Wie lernt es dann sich durchzusetzen?” 👉 Garantiert nur durch eine möglichst frühe und ellenbogenreiche Erziehung… 🙄

Klar, klar man kann nicht alle Einrichtungen über einen Kamm scheren und es gibt unglaublich viele Faktoren, die hier eine Rolle spielen.

Wenn Du übrigens mit Deinem Kind über das Thema Kindergarten & KiTa sprechen möchtest – was vermutlich sinnvoll ist, da die meisten Freunde bestimmt in eine KiTa gehen – dann kann ich Dir eines dieser 15 Bücher für Kinder zum Thema “Kindergarten” empfehlen. Darin wird der Kindergarten-Alltag gezeigt und einfühlsam erklärt.

Schön ist, dass wir nicht die einzigen Menschen auf diesem Planeten sind, die ihr Kind nicht in eine KiTa geben, yay.

Darum freue ich mich, dass Natalie von schmackofazzo
uns 7 gute Gründe für die Selbstbetreuung verrät!

Los geht’s, hier kommt Natalie:

Seit einer gescheiterten Eingewöhnung in die Krippe betreuen wir selbst und leben kitafrei. Wie genau unsere Entscheidungsfindung aussah, könnt ihr hier nachlesen.

Wir haben gemeinsam gelacht, geweint, geliebt. Wir sind gewachsen – zusammen als Familie.

Und wir haben festgestellt, dass es viele gute Gründe für eine Selbstbetreuung gibt.

Sieben davon darf ich euch heute vorstellen! 

  1. Individualität:  Jedes Kind ist anders und hat andere Bedürfnisse. Im Gruppengefüge jedoch geht dies schnell verloren und unsere Kinder sind Lärm und Gruppendruck ausgesetzt. Rückzugsmöglichkeiten für (sensible) Kinder sind kaum gegeben, der Tagesablauf ist strikt vorgegeben. Zu Hause können wir auf die individuellen Bedürfnisse (die zum Teil jeden Tag anders sind) reagieren und unsere Tage als Familie individuell gestalten. 
  2. Flexibilität: Urlaub, verlängerte Wochenenden und Termine können viel flexibel geplant werden. Wir müssen keine Rücksicht auf Kita-Ferien und Schließtage nehmen. Jeder Tag kann so geplant werden, wie es für uns passt. Auch die Termine bei Ärzten und Co müssen nicht mehr in den Nachmittag gequetscht werden. 
  3. Keine Diskussionen ums Essen: Allergien, Unverträglichkeiten und Ernährungsstile müssen nicht mehr mit Erzieher:innen diskutiert werden. Zwar mag sich grundsätzlich in den letzten Jahren vieles in den Kindergärten verändert haben, trotzdem höre ich immer wieder, dass Kinder zum Essen oder zum Probieren gezwungen werden und auf bestimmte Ernährungsstile keine Rücksicht genommen wird. Gerade beim Thema Ernährung komme es in den Betreuungseinrichtungen immer wieder zu Meinungsverschiedenheiten. In der Selbstbetreuung haben wir die Ernährung unserer Kinder vollkommen in unserer Hand. 
  4. Draußenzeit: im Kindergartenalltag ist es furchtbar aufwendig alle Kinder für die Zeit an der frischen Luft vorzubereiten. Matschklamotten und Sonnencreme bedeuten schnell einen immensen Mehraufwand. Allzu oft konnte ich beobachten, dass sich dieser Mehraufwand in den Augen der Erzieher:innen nicht lohnt, oder die Zeit an der frischen Luft sehr begrenzt ist. Außerdem stehen all die anderen Aktivitäten, wie basteln, Singkreis und die Mahlzeiten der Draußenzeit häufig im Weg. Nur selten werden diese Aktivitäten mit nach Draußen verlegt. Kitafrei zu leben hat auch in diesem Bereich Vorteile! Wir können selbst entscheiden, wie lang und wie oft wir draußen sind und welche Aktionen einfach nach draußen verlegt werden. 
  5. Kreativität: individuelle Kreativität zu leben ist in Betreuungseinrichtungen für die Kinder nur schwer möglich. Oft gibt es Projekte und vorbereitete Bastelarbeiten, die von den Kindern zu erfüllen sind. Sie lernen schnell, wie „man richtig malt“ und wie nicht. Sie sind dem ständigen Vergleich mit anderen Kindern ausgesetzt. Farbe zu fühlen und Kreativität zu leben, ganz ohne ein Richtig oder Falsch – das ist in der Selbstbetreuung möglich!
  6. Mehr Familienzeit: ganz ehrlich, die Betreuung im Kindergarten frisst Zeit und bestimmt den kompletten Tagesablauf von Familien! Vorbereitungen, früh aufstehen, zum Kindergarten hetzen sind an der Tagesordnung. Gerade mit Schichtarbeit oder flexiblen Arbeitszeiten kommt es zustande, dass die Kinder morgens außer Haus sind, obwohl jemand da und Zeit für ein langes gemeinsames Frühstück wäre! Wertvolle Familienzeit geht verloren. Als Selbstbetreuer können wir jeden Tag gemeinsam starten.  
  7. Es ist wunderbar: Entwicklungsschritte, gemalte Bilder und andere Erfahrungen erleben wir direkt – gemeinsam als Familie. Wir leben und wachsen gemeinsam. Gibt es etwas Schöneres?

„Zwei Dinge sollten Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel.“

Johann Wolfgang von Goethe

Vielen Dank Natalie! 💕

Dieser Beitrag hat 7 Kommentare

  1. Melanie

    Wir leben und lieben auf kitafrei! Schön, dass es bei euch auch gut klappt. Alles Liebe, Melanie

    1. Maisie

      Das ist schön zu hören! Habt ihr mehrere Kinder? Liebe Grüße!

    1. Maisie

      Oh toll, da wird es garantiert nie langweilig 🙂

  2. Sarah

    Das macht etwas Mut, danke!
    Wir sind gerade sehr verstört, weil jetzt bereits die Kleinsten in RLP in den Kitas nur noch Betreuerinnen gegenüber gestellt werden, deren Gesicht sie hinter einer Maske nicht mehr lesen können. Jeder weiß, wie unglaublich wichtig letzteres für Kleinkinder und ihre normale Entwicklung ist. Die Kommunikation der Mimik zu verlieren, in einem Alter, in dem Kinder schwierige Phasen wie z.B. auch die Trotzphase durchmachen, ist für uns keine Option und wirkt für uns wie gezielte Kindes-Folterung.
    Wir sind beide voll berufstätig mit eigenen Unternehmen, aber wollen das jetzt irgendwie zuhause hinbekommen. Wir können uns etwas Zeit verschieben, aber brauchen wohl auch Hilfe von Dritten.
    Sorge bereiten uns vor allem drei Dinge:
    a) Unsere Kinder lieben die Kita wegen der anderen Kinder…. und nun sind diese anderen Kinder täglich bis 15-16 Uhr in der Kita und für sie nicht mehr zugängig. Das ist bitter und kann auch nicht durch uns Eltern ersetzt werden.
    b) Uns fehlt natürlich das pädagogische Wissen, was geschulte Erzieher haben. Wir haben Angst, dass wir gewisse Entwicklungsstufen nicht ausreichend fördern oder es gar für die Kinder irgendwie falsch angehen.
    c) Uns fehlt auch eine Art “Lehrplan”, wie ihn Erzieher in einer Kita natürlich haben.

    Vielleicht teilen auch andere Eltern diese Sorgen, wenn sie vor der Herausforderung stehen, ob sie diesen Schritt der Selbstbetreuung gehen?

    Hast Du zu diesen Themen ggf. noch Inspiration für uns?

    1. Natalie

      Hallo Sarah,
      vielen lieben Dank für deinen Kommentar, der so wunderbar offen ist!
      Vielleicht kann ich dir ein wenig der Ängste und Sorgen nehmen (das ist alles meine pers. Meinung und Erfahrung).
      Zu a): andere Kinder sind wichtig – keine Frage. Da viele andere Kinder jedoch in die Kita gehen sind Kontakte manchmal schwierig. Vielleicht habt ihr aber Zeit und Lust andere Familien kennen zu lernen, die so leben wie ihr? Andere Familien kannst du zB über Facebook, die Kitafreicommunity, Instagram oder auch über ebay Kleinanzeigen finden oder ganz klassisch tatsächlich auf dem Spielplatz. Beim Spielplatz ist es wichtig da einfach mal andere Zeiten und Wochentage auszuprobieren. Seid mutig und geht auf andere zu. Die ersten Schritte mögen schwer sein, aber sie lohnen sich. Und: bald gibt es sicherlich auch wieder Spieltreffs oder Musikgruppen. Momentan gibt es sogar online-Angebote. (Klar, ist nicht das Selbe, aber vielleicht eine Alternative?!)
      Zu b) ganz schlicht: Kinder brauchen keine Erzieher*innen. Sie brauchen Menschen um sich herum, Familie, Freunde, Nachbarn und Bekannte. Wenn ihr mögt, reflektiert euer Handeln, lest Bücher über Bedürfnisorientierung, redet als Eltern miteinander und mit euren Kindern. So könnt ihr EURE Werte vorleben und vermitteln, (nicht die der Erzieher*innen, deren wahre Werte ihr meistens gar nicht kennt, Kitakonzeption hin oder her!).
      Zu c): auch hier wieder: Kinder brauchen keinen Lehrplan – junge Kinder schon mal gar nicht. Aber wenn ihr mögt und vor allem SPASS daran habt, dann frag doch mal die Suchmaschine oder Pinterest nach diesen Dingen: freies Lernen in jungen Jahren, strewing, Charlotte Mason-Methode… oder eben auch nach totschooling, wenn ihr und die Kinder Freude daran haben. Geht viel raus! Und lebt und lernt mit den Kindern zusammen. Wenn ihr etwas mal nicht wisst – na und? Dann schaut gemeinsam nach! Es regnet draußen total und es ist keine Motivation da raus zu gehen? Egal, guckt euch Bücher an oder schaut zB die Sendung mit der Maus, Anna und die wilden Tiere oder Checker Tobi – je nach Alter und Verständnis der Kids natürlich. Hört Kinderpodcasts – da gibt es eine riesige Palette! Ihr werdet staunen, wie viel ihr als Eltern noch lernen könnt! Und ganz ehrlich (auch wenn das vor allem Kitas und auch Leute die daran Geld verdienen anders einreden) für das kitafreie Leben oder auch das freie Lernen braucht ihr nicht Unmengen an Geld! Nutzt die Mediatheken, Büchereien, Tauschbörsen, tauscht Spielzeug mit befreundeten Familien. Kauft secondhand, nutzt kostenlose Angebote wie die Natur vor der Haustür – Stichwort Mikroabenteuer.

      Zuletzt noch ein Tipp: ohne Kommunikation – ohne sehr viel Kommunikation – kann so ein Wechsel vom Kitaleben zum kitafreien Leben etwas holprig werden. Sprecht gut miteinander, wertschätzend. Achtet auf Pärchenzeit – vielleicht gibt es statt Kitagebühren ein wenig Geld für einen Babysitter einmal im Monat?

      Ich hoffe ich war nicht zu ausführlich. Das ist einfach ein Thema, wofür ich brenne. Und: ich hoffe ich konnte eine dicke Portion Mut da lassen. Wenn du magst, dann besuch mich doch mal auf meinem Instaaccount: @karottenfee. Den nutze ich zwar auch viel beruflich, erzähle aber auch ab und an vom kitafreien Alltag.

      1. Sarah

        Vielen lieben Dank Natalie! Wir sind in der aktuellen Situation für jede Inspiration dankbar und in Deiner Antwort steckt so viel davon drin. Fühl Dich geherzt, von Eltern die es zukünftig noch etwas bewusster angehen werden 😉

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